|
|
|
Folgt man Gleis 26 in Richtung der abfahrenden Züge bis zum hinteren
Ende
des Münchner Hauptbahnhofs, so findet man -kurz bevor sich die Gleisüberdachungen lichten- jenen verlassenen Ort, der eine Woche lang
Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst sein wird: hier befindet sich
der Starnberger Flügelbahnhof mit seinen plötzlich auftauchenden Gleisen
und
seiner ehemaligen Schalterhalle. Im Gegensatz zur belebten Haupthalle
des Münchner Hauptbahnhofs herrscht hier Stille. Die Schalter sind
verwaist,
die Vitrinen der einstmaligen Geschäfte leer und der Putz löst
sich langsam
von
den Wänden. Bis auf einige verirrte Fahrgäste und eine Imbissbude ist
die
Halle unbelebt. Die Schalterhalle des Starnberger Flügelbahnhofs ist
ein
Ort, der im Begriff ist zu verschwinden. Es ist ein fremder, ein
außerirdisch anmutender Ort, an dem Vergänglichkeit und Stillstand
spürbar sind.
An diesem Ort werden die ausstellenden KünstlerInnen ihre Zeichen in die
Leere der Halle setzen. "Raumfahrt der Bürokraten" versammelt 19
Einzel-positionen Münchner Künstler, Akademieabsolventen und -studenten,
sowie international bekannte Künstler, die sich mit der Halle, ihren
Räumen und
Vitrinen als Ort für Kunst auseinandersetzen. Es werden Arbeiten aus den
Bereichen Film, Video, Performance, Sound, Zeichnung und Skulptur gezeigt.
Am 26. April wird die Ausstellung mit einem Tagesprogramm von
11.55 bis 21.00 Uhr eröffnet. An diesem Tag, der den Titel Landung
trägt,
wird die große Haupthalle mit mehreren Installationen bespielt, morgens
und abends finden Performances statt. Die Ausstellung endet am 3. Mai
unter
dem Titel Finale mit eintägigen Installationen und abendlichem Programm.
Text: Heike Jobst/Angela Stiegler

|
|
|